Andreas [FranzXaver] Süß.

Fotografien

.Orte

Foto: Fernsehturm Berlin, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Hohes Ufer / Fischland  → Unaufhörlich schiebt der Westwind seit Stunden die Wellen gegen die Steil­küste. Die See versinkt in dunstigen Grau­tönen. Wind­stärke sieben, vielleicht acht, das Thermo­meter hängt bei knapp über Null. Der Weg am Strand nach Ahrens­hoop ist heute kaum passier­bar. Immer wieder wartet man auf schein­bar trockenem Terrain, bis das Wasser zurück­läuft und kurz­zeitig einen schmalen Pfad an der Steil­küste frei­gibt. Wetter­fest und warm eingepackt in Gummi, Daune und Kunst­faser stehen Män­ner einsam im Wasser. Mit Watt­würmern am Haken gehen sie auf Scholle, Flunder oder Dorsch. Die Winter­monate sind Laich­zeit und so lassen sich die Schwarm­tiere besonders gut angeln. An guten Tagen liegen schon manchmal einhundert Fische im Eimer, an schlechten geht man aber auch schon mit fünf Schollen wieder nach Hause. Mit rhythmischen Auf- und Ab-­Bewegungen der Route holt der Angler die Schnur ein. Als der Köder endlich aus dem Wasser auftaucht, hängt eine kleine Flunder daran. Schnell ist der Haken aus dem Maul entfernt, der Fisch wieder zurück­geworfen in die Ost­see. "Nächstes Jahr, vielleicht wieder!" [01_2017]
Foto: Fernsehturm Berlin, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Zugspitzplatt  → "Eigentlich müsste es hier einmal eine Woche schneien!" Wenig Schnee, keine Warte­zeiten auf Deutschlands höchstem Ski­gebiet. Lange muß man warten, um eine∗n Mit­fahrer∗in für die 6er Sessel­bahn zum Wetter­wand­eck zu bekommen. "Anfang Dezember war ich schon mal hier", sagt eine junge männliche Stimme im Ruhr­pott-Akzent mit Ski­helm und verspiegelter Brille neben mir im Lift, "da war dort hinten nicht einmal offen." Heute, drei Wochen später ist die Piste zwar geöffnet, doch warnen Hinweis­schilder eindringlich vor Steinen. Die auf der Web­site des Ski­gebietes angekündigten ein Meter Alt­schnee lassen sich auf dem Schnee­ferner-Gletscher nur schwer finden. Ringsherum zeigt sich überall nackter Fels, auf dem präparierten Weiß der Pisten vereinzelte Winter­sportler­∗innen. Es ist ruhig. Als sich die Haube der Gondel nachmittags an der Berg­station auf 2.600 Meter sanft öffnet, fallen kleine zarte Schnee­flocken vom Himmel. Wir verabschieden uns: "Schöne Weihnachten!" [51_2016]
Foto: Fernsehturm Berlin, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Striezelmarkt  → echt.original.sächsisch. Miniaturen aus Holz mit weihnacht­lichen Motiven in einer Zündholz­schachtel aus Seiffen. Plauener Spitzen­Sterne, im 3er Pack oder einzeln für den Tannen­baum oder die Fenster­scheibe aus dem Vogt­land. eine Tasse Glüh­wein aus der Ober­lausitz. bunt gemischte Räucher­kerzen, verpackt in Papier­tütchen im Osterz­gebirge. einen Wein­pokal aus Frei­berger Zinn. ein Räucher­männchen mit Zipfel­mütze, Bart und Pfeife aus Hainichen. den Christ­stollen, im Karton verpackt mit dem Siegel des Schutz­verbandes Dresdner Christ­stollen. Senf und Ketchup in 10 Kilo Plastik­eimern aus Bautzen. Lohmener Speckbrot, frisch gebacken im Stein­ofen und noch warm serviert. Fell­bam­buschen in allen gängigen Schuh­größen aus Laußnitz. große und kleine Bienen­wachs­kerzen, gerollt oder gegossen aus Walden­burg. eine Flasche "Elbling"-­Weiß­wein von einem Wein­gut in der Nähe von Meissen. und. und. und. alles entdeckt zwischen all den Verkaufs­ständen auf dem 582. Striezel­markt in Dresden. [49_2016]
Foto: Fernsehturm Berlin, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Fernsehturm  → Am 4. Oktober 1957 startete "Sputnik 1" vom sowjetischen Weltraum­bahnhof Baikonur ins All. Der kugelförmige, mit einem Funk­sender ausgestat­tete Satellit sendete 92 Tage lang piepsende Signale aus, die in aller Welt empfangen werden konnten. Diese erfolgreiche Mission markierte den Beginn der Raum­fahrt und führte zu einem über Jahr­zehnte währenden Wett­streit zwischen der UdSSR und den USA um die Vorherr­schaft im Weltraum. Zwölf Jahre später wurde am Alexander­platz der "Fernseh- und UKW-Turm Berlin" fertig­gestellt und feierlich eingeweiht. Der Turm­kopf aus glänzendem Stahl war zu seiner Zeit ein absolutes Novum und erinnerte mit seiner Sputnik-­Ikonografie an die sowjetischen Erfolge in der Raum­fahrt. Aus dem politischen Symbol der Deutschen Demokra­tischen Republik ist längst ein Wahr­zeichen der wieder­vereinigten Stadt geworden und gehört mittler­weile zu den zehn beliebtesten Sehens­würdigkeiten des Landes. An klaren Tagen reicht die Sicht von der Aussichts­plattform in 200 Metern Höhe rund 70 Kilometer, an anderen Tagen erkennt man kaum die Menschen auf dem Alexanderplatz … [46_2016]
Foto: Moedlareuth, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Mödlareuth  → Die Reise in die Vergangenheit kostet zwei Euro. Als Legitimation zum Betreten des Grenz­streifens dient ein zweifarbiger Stempel­abdruck, einem Passierstempel der DDR-Grenztruppen nachempfunden. Fünfzig Menschen leben heute etwa in Mödlareuth, der schmale Tannbach trennt den bayerischen vom thüringischen Teil. Über vierzig Jahre verlief mitten durch den Ort die deutsch-deutsche Grenze: anfangs ein Stachel­drahtzaun, am Ende eine 700 Meter lange und 3,30 Meter hohe Beton­sperrmauer mit Kontroll­streifen, Sicherungs­zaun, Licht­trasse und Beobachtungs­turm. Vieles davon ist 27 Jahre nach Fall der Mauer noch originalgetreu erhalten; zu besichtigen und zu erleben im "Museum zur Geschichte der deutschen Teilung". Die Zeit des Kalten Krieges prägt die Ortschaft noch heute: rund 70.000 Besucherinnen und Besucher zählt das Dorf wenige Kilometer von der A9 entfernt jährlich, am Dorfteich erinnert eine Gedenktafel des bayerischen Minister­präsidenten an die Verdienste Helmut Kohls bei der Deutschen Einheit, das Gasthaus trägt den Namen "Zum Grenzgänger" und der Souvenir­laden verkauft Schlüssel­anhänger mit dem Aufdruck "Little Berlin Mödlareuth". [44_2016]
Foto: Eisbach, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Eisbach  → Die ersten kommen schon kurz nach Sonnen­aufgang im Neopren­anzug und ihrem Brett unterm Arm in den Englischen Garten, um sich vor der Arbeit noch einmal an der "Welle" zu messen. Am Vormittag stehen die Zuschauer bei schönem Wetter dann bald dicht gedrängt auf der Eisbach­brücke in der Prinz­regenten­straße und verfolgen gebannt die Auftritte der Akteure: vierzig Jahre sind mittlerweile vergangen seitdem sich der erste Surfer mit einem Board in die Fluten stürzte, um diese künstlich erzeugte, stehende Welle zu reiten – heute ist der Eisbach in der Szene ein absoluter "Hot Spot", an dem sich – selbst im Winter – Surf­begeisterte aus aller Welt treffen. Die Show dauert oft nur ein paar Sekunden; länger als eine halbe Minute können sich die Wenigsten auf ihrem Brett halten, bevor sie von den Wasser­massen verschlungen und strom­abwärts in ruhigeren Gewässern wieder ausgespuckt werden. Und immer noch stehen einige Surfer der ersten Stunde zwischen den Jungen auf dem selbst­gebauten Holz­podest und warten auf ihren Sprung in den reißenden Bach … [41_2016]
Foto: Europacenter, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Europacenter  → Nach 34 Sekunden öffnet sich die Aufzugstüre zu einem der spektakulärsten Aussichten über Berlin: in gerade einmal achtzig Metern Höhe schweift der Blick von der Gedächtnis­kirche und den beiden neuen Hochhäusern am Zoo über den Tier­garten und der Sieges­säule weiter zur Charite und dem Fernseh­turm im Osten – Potsdamer Platz, Kreuzberg, das Gasometer in Schöne­berg und weiter bis zum Teufels­berg im Westen der Stadt. Der Breitscheidplatz wurde schnell nach der Errichtung des Europacenters im Jahre 1965 zum Zentrum Westberlins und zu einem Wahrzeichen in der geteilten Stadt. Viel hat sich in der Stadt seitdem verändert. Mehrfach wurde das markante Gebäude renoviert und unter Denkmal­schutz gestellt, die Mieter haben gewechselt, eine Eislauf­bahn und das Kino sind mittlerweile geschlossen. Eines ist jedoch seither geblieben: auf dem Dach des Büroturms dreht sich – tagein, tagaus und weithin sichtbar – ein zehn Meter hoher Mercedes­stern … [40_2016]
Foto: Hirschgarten, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Hirschgarten  → Ein Biergartenbesuch. Wer sich auskennt, holt sich gleich den Maßkrug aus dem Regal ums Eck, spült ihn unter fließendem Wasser kalt aus und stellt sich dann erst an der "Schänke" an. Die Maß Augustiner Hell kostet sechs Euro neunzig, fürs "Radler" schenkt man selbst die Menge Zitronen­limo in den Krug. Mit dem vollem Bier­krug in der Hand geht es vorbei an dem Schild "Nicht genügend gefüllte Krüge nachfüllen lassen" weiter zu den Holz­ständen mit den Speisen. Das reichhaltige Angebot macht die Entscheidung nicht gerade leicht: Wurst­salat, Schweinshaxn, Radieserl oder Schnittlauch­brot. Manche Gäste bringen ihre Brotzeit auch selbst mit – dies ist, wie eine große Tafel versichert, bayerisches Brauchtum. Auch der Hirsch­garten­wirt hat sich dieser Tradition verpflichtet, die weiter besagt, daß alle Getränke ausschließlich beim Wirt gekauft werden müssen. Mit dem Bier in der einen und einer Leberkäs­semmel in der anderen Hand geht es auf die Suche einem schönen Platz. In dem großen Biergarten in München-Laim sind jetzt am späten Nachmittag nur noch einige Tische im Schatten unter den alten Eichen frei. Prost! [37_2016]
Foto: Olympiastadion, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Berliner Olympiastadion  → Zigmal hat der Stabhochspringer die Höhe im Training schon erfolgreich übersprungen – nun aber geht es um alles: Hochkonzentriert und mit geschlossenen Augen geht er den Bewegungs­ablauf noch einmal durch: Stab anheben, Körper­gewicht leicht nach hinten verlagern und dann auf Höchst­geschwindigkeit beschleunigen – den Stab im richtigen Winkel in den Einstich­kasten stoßen, sich mit den Beinen voraus nach oben katapultieren, Stab loslassen und mit einer Körper­drehung über die Latte rollen. Fertig. Jetzt öffnet er die Augen, hebt die Arme und fordert klatschend die Unterstützung des Publikums ein. Mit der rhythmischen Anfeuerung der knapp fünfzigtausend Zuschauer im Rücken beginnt er seinen dritten und letzten Versuch …
Als Austragungsort für die XI. Olympischen Sommer­spiele 1936 erbaut, finden heute im Berliner Olympia­stadion neben Fußball­spielen und Konzerten auch zahlreiche Sport­veranstaltungen statt, wie etwa das "Internationale Stadion­fest Berlin" (ISTAF). Bei der 75sten Auflage dieses hochkarätig besetzten Leichtathletik-Meetings gewann der Grieche Konstadinos Filippidis die Konkurrenz im Stabhoch­springen mit fünf Metern zweiundsiebzig vor dem Brasilianer Thiago Braz da Silva. [35_2016]
Foto: Alte Pinakothek, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Alte Pinakothek  → Nackte Menschen in rosafarbener Haut, übergewichtig und mit schreck­erfüllten Gesichtern stürzen ineinander verknäult und teilweise kopfüber in die Tiefe. Verstoßen aus dem Himmel taumeln die Leiber der Hölle zu, in der furcht­einflössende Kreaturen feixend die Sünder erwarten. Gelb- und Rottöne beherrschen das um 1621 entstandene, monumentale Werk von Peter Paul Rubens, in dem die Farb­flächen beinahe abstrakt ineinander übergehen. Eingefasst in einen üppigen Goldrahmen zählt "Der Höllensturz der Verdammten" zu den Haupt­werken der Flämischen Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts. Zu sehen ist das Meister­werk in den Räumen der Alten Pinakothek in München, dessen Sammlung Gemälde berühmter Maler vom Mittel­alter über die Renaissance und das Barock bis zum Rokoko beherbergt. Aktuell wird das 1836 eröffnete Kunst­museum in der Maxvorstadt saniert, sodass im Moment nicht alle Säle zu besichtigen sind. Geöffnet ist das Haus täglich ausser Montags von 10:00 bis 18:00 Uhr, das reguläre Eintritts­ticket kostet vier Euro. [34_2016]
Foto: Zingst, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Zingst  → "Wasser neunzehn, Luft fünfundzwanzig Grad" steht mit Kreide auf der Tafel neben dem Turm der Wasser­wacht. Die Sonne scheint, blauer Himmel, eine leichte Brise bringt etwas Abkühlung vom Wasser her. Gegen zehn, halb elf, nach einem ausgiebigen Frühstück reißt der Strom der Ostsee­urlauber, der heute zum Strand zieht kaum mehr ab. Im Gepäck Decken und Hand­tücher, Sonnen­creme und Wind­schutz, Proviant und Getränke, Plastik­schaufel und Sand­förmchen. August ist Hochsaison auf dem Darß: Hotels und Pensionen beinahe komplett ausgebucht, Ferien­apartments belegt. Drei Wochen Ostsee im Sommer – für viele schon seit Jahren garantierte Erholung. Die meisten auf dem hellen Sand­strand vor Zingst lesen, schlafen oder sonnen sich, manche bauen Sand­burgen oder spielen Volley­ball, einige stehen hüfthoch im Wasser, erfrischen sich oder werfen Frisbee­scheiben. Weit hinaus schwimmen nur wenige, die angezeigten neunzehn Grad Wasser­temperatur scheinen wohl doch etwas zu optimistisch zu sein … [32_2016]
Foto: Landsberg am Lech, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Landsberg am Lech  → Kalt ist er, der Lech: die Wassertemperatur im Sommer beträgt gerade mal vierzehn Grad, im Winter liegt sie knapp über dem Gefrier­punkt. Doch das kalte Wasser, der hohe Anteil an Mineralien und die geringen Mengen an Feinst­sedimenten lassen den Lech im wahrsten Sinne des Wortes leuchten: alle Farb­nuanchen von glasklar über grünblau bis smaragdgrün sind auf seinem 264 km langen Weg von der Quelle in Vorarlberg bis zu seiner Mündung in die Donau zu sehen. Insgesamt 1.448 Höhen­meter lässt der Fluss hinter sich, immer wieder aufgestaut und unterbrochen von Stau­seen und Kraft­werken. Schon seit über einhundert Jahren wird der Lech intensiv zur Energie­gewinnung genutzt; die mittlerweile dreißig Wasser­kraftwerke leisten mit einer Gesamt­menge von drei bis vier Milliarden Kilowatt­stunden pro Jahr einen wichtigen Beitrag zur Energie­wende. Die Wasser­qualität des Lechs ist nach Angabe des Wasser­wirtschafts­amtes gut bis sehr gut: "Baden erlaubt", doch nur wenige wagen sich ohne Neopren­anzug in die kalten Fluten … [31_2016]
Foto: Studentendorf Schlachtensee, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Studentendorf Schlachtensee  → Gerade feiern sie Bergfest. Vierzehn der insgesamt 28 Häuser im Studenten­dorf Schlachten­see sind schon renoviert. In acht Jahren, zwanzig­vierundzwanzig, sollen alle Gebäude des "Nationalen Kultur­denkmals" in Berlin-Zehlendorf saniert und energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Neunhundert Studierende aus aller Welt werden dann wieder in kleinen und großen Wohn­gemein­schaften, Einzel­apartments und Zweiraum­Wohnungen leben. Das architektonische Konzept ist einfach: anthrazitgrau bedeutet Küche, Bad, Gemeinschafts­räume – weiss die Privat­zimmer der Studenten, erklärt einer der Haus­meister. Seine Verbindung zum Studenten­dorf begann als Besucher des "Club A18" – heute, zwanzig Jahre später kümmert er sich Müll­entsorgung, kleine Reparaturen und Freiflächen – und nebenbei dokumentiert er mit seiner seiner Kamera die einzelnen Zimmer der Wohnanlage - rund achthundert Aufnahmen werden es wohl mal werden … [30_2016]
Foto: Schloss Herrenchiemsee, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Schloss Herrenchiemsee  → Höhepunkt einer jeden Führung auf Schloss Herrenchiemsee ist der Spiegel­saal König Ludwigs des Zweiten: mit 75 Meter übertrifft der Raum sogar das Vorbild in Versailles um zwei Meter. In den siebzehn großen Spiegeln reflektiert das hereinfallende Tages­licht und bricht sich in den 33 Lüstern an der Decke und den 44 Kandelabern im Raum. Dort, wo tagsüber "Aaahs" und "Oahs" in deutscher, französischer, englischer und japanischer Sprache zu hören sind zieht abends im Schloss der Dornrößchen­schlaf ein – Tag für Tag, bis auf zwei Wochen im Juli. Während der Herren­chiemsee–Fest­spiele erfüllen die Klänge von Violinen, Bratschen, Flöten, Klarinetten, Trompeten und Pauken die abendliche Stille im Schloss. "Ich liebe diesen außergewöhnlichen Ort, ich komme immer sehr gerne hierher" sagt Philippe Herreweghe, der gerade Bruckners Sechste in der Spiegel­galerie dirigiert hat. Zusammen mit den Musikern des Orchestre des Champs-Elysée und dem festlichen Konzert-Publikum sitzt er auf dem Oberdeck des Ausflugs­dampfers, der ihn durch eine laue Sommer­nacht zurück nach Prien bringt – in der Hand ein kühles Bier. [29_2016]
Foto: Victoriastadt, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Victoriastadt  → "Eis des Tages: CheeseCake" – die Kita "Großstadt­indianer" hat noch einen Platz zu vergeben – ein neuer Breakdance-Kurs für Kinder startet Anfang nächsten Monats: so die aktuellen Aushänge in der Fenster­scheibe der "SchokoladenEis­ Manufaktur" in der Kaskel­straße, die sich quer durch die "Victoria­stadt" zieht. Die Fassaden der Gründerzeit­häuser in Berlin-Lichtenberg sind heute beinahe komplett saniert, die wenigen Baulücken mit moderner Wohnhaus­Architektur fast vollständig geschlossen. In der ehemaligen Arbeiter­siedlung leben heute knapp viertausend Menschen: junge Familien, Studenten, Kreative und Handwerkers­betriebe haben hier im ein Zuhause gefunden. Nachmittags wird es lebendig im "Kaskel­kiez": Kinder­wagen parken vor dem Bioladen, Nachbarn sitzen in der Sonne auf den Eingangs­stufen, Fahrräder mit Kindersitzen holpern übers Kopfstein­pfaster … und die Schlange vor der Eisdiele wird länger und länger. Eine Kugel "frisches Eis" kostet ein Euro zehn. [27_2016]