Andreas [FranzXaver] Süß.

Fotografien

.Orte

Foto: Niederaichbach, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Neubau U5  → "Nächster Halt: Museumsinsel" – rund drei Jahre wird es wohl noch dauern, bis sich bei dieser Ansage die Türen der Berliner U5 öffnen und die Lücke zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor im UBahn-Netz geschlossen ist. Der Bau der ersten Röhre vor mehr als vier Jahren wurde mit der Taufe des Tunnels auf den Namen 'Charlotte I' begonnen – nach alter Tradition auf den Vornamen der Tunnelpatin: Charlotte Hopf. Die Berliner Dombaumeisterin hat die Patenschaft übernommen und gilt während der Bauphase als irdische Vertreterin der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute. Eine Statue der Heiligen hängt während des Bauarbeiten an Tunneleingang. Mittlerweile sind die beiden Tunnelröhren im Rohbau ohne größere Unfälle fertiggestellt und die ersten Gleise verlegt – davon überzeugen konnte sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender zum Auftakt ihres offiziellen Antrittsbesuches beim Land Berlin. [41_2017]
Foto: Niederaichbach, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Niederaichbach  → Am 31. Dezember 2022 ist Schluß – spätestens! 33 Jahre, 7 Monate und 21 Tage nach Inbetriebnahme wird der Druckwasserreaktor 'Isar 2' vom Netz gehen. Mit einer jährlichen Gesamtleistung von etwa 12 Milliarden Kilowattstunden ist das Atomkraftwerk in der Nähe von Landshut das leistungsstärkste in Deutschland, die Brennelemente erzeugen etwa 12 Prozent des in Bayern benötigten Stroms. Schon seit sechs Jahren stillgelegt ist 'Isar 1' – Anfang diesen Jahres der wurde Rückbau des Siedewasserreaktors vom bayerischen Staat genehmigt: veranschlagt sind dafür circa 15 Jahre und etwa eine Milliarde Euro. Wann allerdings die letzten Reste des zweiten Blockes abgebaut sind und die Spielvereinigung Niederaichbach ihre Wettkämpfe nicht mehr im Schatten des Kühlturmes bestreiten wird, ist ungewiss – vielleicht im Jahr 2050? [38_2017]
Foto: Anhalter Bahnhof, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Anhalter Bahnhof  → 1:2! Bei Spiel um Platz fünf bei der Fußballeuropameisterschaft unterliegt die deutsche Blindenfußball-Nationalmannschaft gegen das türkische Team mit eins zu zwei Toren im Sechsmeterschießen. Mit dieser Niederlage verpasst das DFB-Team die Teilnahme an der WM 2018 in Madrid. Wo sich heute Fußballer*innen zu ihren Matches treffen, herrschte einhundert Jahre früher noch reger Bahnverkehr. Über einhundertdreißig Züge wurden damals tagtäglich am Anhalter Bahnhof abgefertigt – neben Leipzig, Frankfurt am Main und München verband das 'Tor zum Süden' die Hauptstadt mit vielen großen Metropolen: Wien, Budapest, Rom, Mailand, Athen und Istanbul waren nur einige Ziele auf dem Abfahrtsplan. Zerstört im Zweiten Weltkrieg steht heute lediglich das Eingangsportal am Askanischen Platz, auf dem lange Zeit brachliegende Bahngelände ist der Lilli-Hennoch-Sportplatz entstanden – und dahinter, das neue Tempodrom … [34_2017]
Foto: Friedrichsplatz, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Friedrichsplatz  → Am Anfang war das Fridericianum. Mehr als einhundert Künstler*innen be­tei­ligten sich 1955 an der ersten großen Ausstellung 'moderner Kunst in Westdeutsch­land' nach dem Zwei­ten Weltkrieg, der 'docu­menta 1'. Die Liste der in Kassel gezeigten Werke liest sich mittlerweile wie das 'who is who' der modernen Kunst: Max Beckmann, Marc Chagall, Wassily Kandinsky, Wilhelm Lehmbruck und Pablo Picasso – um nur einige zu nennen – zeigten ihre Arbeiten im Fridericianum am Friedrichsplatz. Heute, 62 Jahre und dreizehn Veranstaltungen später, hat sich die documenta weltweit längst zu einer der bedeutendsten Ausstellungen für moderne Kunst etabliert. Wie ein Netz spannen sich in diesem Jahr die 32 Veranstaltungsorte über die Stadt – die Werke der über 300 Künstler*innen sorgen noch immer für kontroverse Diskussionen über die Rolle der Kunst in der Gesellschaft. Und der Friedrichs;platz ist nach wie vor Dreh- und Angelpunkt der Kunstschau. [33_2017]
Foto: Barby, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Barby  → Die Rundtour startet in Barby. 'Fahrrad mit Fahrer ein Euro fünfzig' steht auf der Tafel an der Elbfähre. Festverankert an einem langen Drahtseil in der Flussmitte gleitet die 'Fliegende Brücke' beinahe lautlos und ohne Motorantrieb von einem Ufer zum anderen. Durch Veränderung der Seillängen an Bug und Heck schiebt die Strömung des Wassers die Gierseilfähre über den Fluss und wieder zurück. Diese Technik reicht zurück bis ins 17. Jahrhundert – und bis heute sind noch etliche Fähren diesen Typs an Elbe, Saale und auch an der Donau in Betrieb und werden nicht nur von technikbegeisterten Fahrradtourist*innen gerne genutzt. Diese aber fahren über Walternienburg und den Steckby-Lödderitzer Forst nach Tochheim und setzen dort ein zweites Mal über die Elbe. Die 'Drei-Fähren-Tour' führt die Radler*innen weiter nach Groß Rosenburg, wo die Saale-Fähre auf sie wartet. Nach insgesamt rund 25 Kilometer sieht man dann schon das Ziel vor Augen: die Marienkirche von Barby. [31_2017]
Foto: Ödhof, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Ödhof  → "Wenn ich zehntausend Stück vom 'K1' (einjährige Karpfen) rein tu", sagt der Ödhofbauer, "dann sind im nächsten Jahr nur noch zweitausend übrig – den Rest holt der Kormoran." All seine Versuche, die Zugvögel von seinen Weihern fernzuhalten sind bisher gescheitert. Die rapide Zunahme der Wasservögel und die milden Winter, die ein Zufrieren der Fischweiher verhindern, haben seinen Ertrag um 75 Prozent schrumpfen lassen. Seit Generationen schon wird auf dem Einödhof in der Nähe von Schwandorf in rund zwanzig Weihern der Oberpfälzer Spiegelkarpfen gezüchtet – doch wenn es so weitergeht, dann lohnt sich die Aufzucht für ihn nicht mehr, auch wenn die Nachfrage nach der regionalen Spezialität anhaltend hoch ist. Und schon lauert die nächste Gefahr: der Fischotter. "Ich selbst hab noch kein gsehn, aber der Nachbar hat letzte Woche einen bei sich im Schilf entdeckt – und der ist noch viel schlimmer als der Kormoran!" [28_2017]
Foto: Pallasstraße, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Potsdamer Ecke Pallasstraße  → "Hurra, Hurra – immer noch da!" – der Pumuckl grinst verschmitzt vom einem selbstgemalten Stofftransparent für die Kundgebung gegen eine Schließung der Jugendzentren 'Drugstore' und 'Potse' in Berlin Schöneberg. Vor der Bühne auf der gesperrten Pallasstraße lauschen vielleicht einhundert Menschen – vorwiegend aus der linken Szene – den harten Rhythmen der Berliner Band 'Not Amused'. In gebührlichem Abstand beobachtet die Polizei in voller Einsatzmontur das entspannte Treiben. Auf Stellwänden vor dem Haus informieren Plakate über die wechselvolle Geschichte der selbstverwalteten Jugendzentren, die nach fünfundvierzig Jahren ehrenamtlicher Jugendarbeit im Kiez zum Ende des Jahres die Pforten schließen sollen. Eine Online-Petition soll die geplante Mieterhöhung des Eigentümer für Räumlichkeiten verhindern – zweiunddreißig Unterschriften fehlen noch für das anvisierte Ziel von fünfhundert Unterstützer*innen … [24_2017]
Foto: Lutherstadt Wittenberg, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Lutherstadt Wittenberg  → Der Tag beginnt um vier Uhr dreißig mit der Sonnenaufgangsandacht: Klavier, Posaune, Perkussion und Vibrafon zum Aufstehen. Bis Mittag sind es dann mehr als einhunderttausend Gläubige, die in die Lutherstadt gereist sind: der sechsunddreißigste Deutsche Evangelische Kirchentag feiert zum Abschluss einen großen Festgottes­dienst unter freiem Himmel auf den Elbwiesen. Heute, einen Tag später prägen Aufräum- und Abbauarbeiten das Bild. Und Wittenberg versucht, die Atmosphäre des Wochenendes in der Stadt zu behalten, für das Lutherjahr '500 Jahre Reformation'. Die Lücken im Souvenirpavillon am Marktplatz sind wieder gefüllt, am Nachmittag ein Auftritt eines Handglockenchors aus Minnesota auf der Bühne und für 18:00 Uhr ist der 'Zentrale Abend­segen' angekündigt – nur die Kaffeelieferung lässt noch auf sich warten: "Espresso gibt's nicht – ham'se uns alles weggetrunken, am Wochenende." [22_2017]
Foto: Ludwig-Maximilians-Universität, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Ludwig-Maximilians-Universität  → 'Wer schweigt macht sich mitschuldig' – ein Stapel Flugblätter, eng mit Schreibmaschine beschrieben, flattert am Vormittag des 18. Februar 1943 von der Empore in den Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Darin ruft die studentische Widerstandsgruppe 'Die Weiße Rose' die deutsche Bevölkerung zum Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur auf. Die Student*innen Willi Graf, Christoph Probst, Alexander Schmorell, Hans und Sophie Scholl sowie der Professor Kurt Huber werden kurz darauf verhaftet und vom Volksgerichtshof wegen 'landesverräterischer Feindbegünstigung, Vorbereitung zum Hochverrat und Wehrkraftzersetzung' zum Tode verurteilt. Hans Scholls letzte Worte vor der Hinrichtung waren: "Es lebe die Freiheit!" Noch heute gelten die Student*innen der 'Weißen Rose' als Vorbilder für Zivilcourage. In der Ludwig-Maximilians-Universität erinnert eine vor allem an junge Menschen gerichtete Ausstellung an die Widerstandsgruppe im Dritten Reich. [21_2017]
Foto: Flughafen Tegel, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Flughafen Tegel  → 14:25 Uhr Flug AF 1534 aus PARIS CDG – 14:30 Uhr Flug BA993 nach London LHR – 14:30 Uhr Flug RJ 122 nach Amman AMM – 14:30 Uhr Flug S7 895 aus Moskau – zwischen zwei und drei Uhr nachmittags ist's am ruhigsten: kaum mehr als zwanzig Starts und Landungen werden auf der großen Anzeigetafel im Terminal A aufgeführt. Zur Spitzenzeit zwischen acht und neun Uhr morgens sind es mehr als doppelt so viele Maschinen. Aufs Jahr gerechnet ergibt das über 185.000 Flugzeuge, die über dicht bewohnten Stadtbezirken mit Schulen und Krankenhäusern starten oder landen. Da die Lärmbelastung für die betroffenen Anwohner*innen weit höher ausfällt als gesetzlich zugelassen, ist der Flugbetrieb lediglich durch eine Ausnahmeregelung gewährleistet. Spätestens 2019 soll die Frist für die 'Lex Tegel' auslaufen und der Flugverkehr der Hauptstadt dann ausschließlich über den neuen Flughafen BER stattfinden. Mit mehr als 200.000 Unterschriften erwirkte der Verein 'Tegel bleibt offen' jetzt einen Volksentscheidung zum Weiterbetrieb des 1968 eröffneten Verkehrsflughafen über das Jahr 2019 hinaus. [18_2017]
Foto: Karl-Marx-Allee, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Karl-Marx-Allee  → "Das Ziel des Städtebaues ist die harmonische Befriedigung des menschlichen Anspruchs auf Arbeit, Wohnung, Kultur und Erholung." so beginnt der zweite der sechzehn Grundsätze, die in den 1950er Jahren das Leitbild für Architektur und Städtepla­nung in der DDR formulierten. Vorbildfunktion für die gesamte Republik sollte die Bebauung an der damaligen Stalinallee zwischen Strausberger Platz und Frankfurter Tor übernehmen. Stilistisch orientierte man sich beim 'Nationalen Aufbauprogramm Berlins' am Sozialistischen Klassizismus der Sowjetunion, der wegen seiner dekorativen Fassadengestaltung im Volksmund auch 'Zuckerbäckerstil' genannt wird. Im Hausdurchgang Karl-Marx-Allee 112 – 114 erinnert eine mittlerweile mehrfach ausgebesserte Gedenktafel an die Grundsteinlegung des ersten Blocks im Februar 1952 durch den Ministerpräsidenten Otto Grotewohl. Damals wie heute sind die Wohnungen in den 'Arbeiterpalästen' heiß begehrt – und immer noch findet man den Häusern den ein oder anderen Erstmieter … [16_2017]
Foto: Brückenrasthaus Frankenwald, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Brückenrasthaus Frankenwald  → Stadtautobahn – Avus – Berliner Ring: für die ersten fünfzig Kilo­meter kann man an manchen Tagen schon mal eine Stunde oder länger einkalkulieren. Nach dem Abzweig auf die A9 läuft es dann meist flüssig und dreispurig Richtung Süden. Berlin – München, 600 Kilometer, sechs Stunden. Gleich nachdem der Freistaat Bayern die Autoreisenden auf einem großen Schild begrüßt hat, ist Zeit für eine kurze Pause: Brückenrasthaus Frankenwald. Mit dem gläsernen Lift geht es nach oben. Heute, an einem Werktag herrscht übersichtlicher Nachmittagsbetrieb, lediglich die Tische am Fenster sind alle besetzt. Und während man hier oben Kaffee trinkt, Burger isst, sich unterhält, Mails checkt, in den sozialen Netzwerken unterwegs ist oder einfach nur die einzigaritge Aussicht genießt, rauschen zehn Meter tiefer auf der Autobahn LKWs und Busse, Autos und Motorräder ihrem Ziel entgegen. Nach einer halben Stunde Schauen und Staunen geht es weiter: bis München sind es schließlich noch 300 Kilometer … [12_2017]
Foto: Brauneck Bergbahn, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Brauneck  → Langsam gleitet die Gondel in Zeitlupentempo heran. Wie von Geisterhand öffnen sich die Türen, man nimmt Platz auf den mit Teppich überzogenen Sitzbänken. Die Kabine schließt sich, wird um das riesige Umlaufrad in der Talstation herumgeschwenkt, beschleunigt abrupt mit einem kräftigen Ruck und nimmt Fahrt auf Richtung Gipfel. Zehn Stützen und zwei Kuppengerüste werden benötigt für die Strecke von rund 2.500 Meter bis zur Bergstation, 800 Höhenmeter werden überwunden. Das dauert heute kaum länger als zwölf Minuten. Als die 'Zweiseil-Umlaufbahn' in den 1960er Jahren eröffnete, waren die Skier noch aus Holz, die Stöcke aus Bambus, die Stiefel aus Leder und Skifahren entwickelte sich gerade zum Breitensport. Mittlerweile sitzen neben Wintersportler*innen auch Drachen- und Gleitschirmflieger*innen sowie Bergwander*innen in den mattglänzenden 4er-Gondeln. Dieses Jahr feiert die Brauneck-Bergbahn Geburtstag: "Alles Gute zum Sechzigsten!" [09_2017]
Foto: Eroeffnung Berlinale, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Potsdamer Platz  → Roter Teppich: Maggie Gyllenhaal, Wim Wenders, Nora von Waldstätten, Lavinia Wilson, Etienne Comar, Maria Dragus, Diego Luna, Corinna Harfouch, Wang Quan'an, Hannah Herzsprung, Christiane Paul, Senta Berger, Dora Bouchoucha Fourati, Claudia Roth, Heike Makatsch, Jerome Boateng, Julia Jentsch, Kai Pflaume, Ai Weiwei, Iris Berben, Wotan Wilke Möhring, Cosima Lohse, Toni Garrn, Michael Müller, Cécile de France, Bim Bam Merstein, Reda Kateb, Jan Hendrik Stahlberg, Emilia Schüle, Sibel Kekilli, Roland Zehrfeld, Sandra Hüller, Hari Nef, Tom Schilling, Lilith Stangenberg, Paul Verhoeven, Clotilde Courau, Clemens Schick, Ulrich Matthes, Monika Grütters, Tom Tykwer, Olafur Eliasson … diese und viele andere begrüßte Dieter Kosslick – wie gewohnt mit schwarzem Hut und rotem Schal – bei der Eröffnung der diesjährigen Berlinale. [06_2017]
Foto: Nils Bluethgen, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Leonor-Michaelis-Haus  → Parkplätze sind Mangelware, Stellplätze direkt vor dem Eingang gibt es lediglich für Fahrräder. Versteckt zwischen Invaliden- und Luisenstraße erstreckt sich der parkartige Campus Nord: ein 'Ort für Lebenswissenschaften', wie das Areal neben dem Charité-Hochhaus auf der website der Humboldt Universität zu Berlin genannt wird. Das Gebäude achtzehn beherbergt neben einem renovierungsbedürftigen Hörsaal aus dem letzten Jahrhundert verschiedene Laboratorien für Forschungsgruppen des 'IRI Life Sciences'. Wo früher Leonor Michaelis zusammen mit Maud Menten die Theorie zur Enzymkinetik entwickelte, arbeitet heute Professor Doktor Nils Blüthgen mit seinem Team anhand von Computersimulationen an der Frage, wie das menschliche System auf Störungen reagiert: Bioinformatik zwischen Grundlagen- und kliniknaher Forschung, die vielleicht einmal dazu beiträgt, ein wirksames Medikament zur Bekämpfung von bösartigen Tumoren zu entwickeln. [04_2017]
Foto: Fischland, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Hohes Ufer / Fischland  → Unaufhörlich schiebt der Westwind seit Stunden die Wellen gegen die Steilküste. Die See versinkt in dunstigen Grautönen. Windstärke sieben, vielleicht acht, das Thermometer hängt bei knapp über Null. Der Weg am Strand nach Ahrenshoop ist heute kaum passierbar. Immer wieder wartet man auf scheinbar trockenem Terrain, bis das Wasser zurückläuft und kurzzeitig einen schmalen Pfad an der Steilküste freigibt. Wetterfest und warm eingepackt in Gummi, Daune und Kunstfaser stehen Männer einsam im Wasser. Mit Wattwürmern am Haken gehen sie auf Scholle, Flunder oder Dorsch. Die Wintermonate sind Laichzeit und so lassen sich die Schwarmtiere besonders gut angeln. An guten Tagen liegen schon manchmal einhundert Fische im Eimer, an schlechten geht man aber auch schon mit fünf Schollen wieder nach Hause. Mit rhythmischen Auf- und Ab-Bewegungen der Route holt der Angler die Schnur ein. Als der Köder endlich aus dem Wasser auftaucht, hängt eine kleine Flunder daran. Schnell ist der Haken aus dem Maul entfernt, der Fisch wieder zurückgeworfen in die Ostsee. "Nächstes Jahr, vielleicht wieder!" [01_2017]
Foto: Zugspitze, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Zugspitzplatt  → "Eigentlich müsste es hier einmal eine Woche schneien!" Wenig Schnee, keine Warte­zeiten auf Deutschlands höchstem Ski­gebiet. Lange muß man warten, um einen Mitfahrer*in für die 6er Sessel­bahn zum Wetter­wand­eck zu bekommen. "Anfang Dezember war ich schon mal hier", sagt eine junge männliche Stimme im Ruhr­pott-Akzent mit Ski­helm und verspiegelter Brille neben mir im Lift, "da war dort hinten nicht einmal offen." Heute, drei Wochen später ist die Piste zwar geöffnet, doch warnen Hinweis­schilder eindringlich vor Steinen. Die auf der Web­site des Ski­gebietes angekündigten ein Meter Alt­schnee lassen sich auf dem Schnee­ferner-Gletscher nur schwer finden. Ringsherum zeigt sich überall nackter Fels, auf dem präparierten Weiß der Pisten vereinzelte Winter­sportler­∗innen. Es ist ruhig. Als sich die Haube der Gondel nachmittags an der Berg­station auf 2.600 Meter sanft öffnet, fallen kleine zarte Schnee­flocken vom Himmel. Wir verabschieden uns: "Schöne Weihnachten!" [51_2016]
Foto: Striezelmarkt Dresden, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Striezelmarkt  → echt.original.sächsisch. Miniaturen aus Holz mit weihnachtlichen Motiven in einer Zündholzschachtel aus Seiffen. Plauener SpitzenSterne, im 3er Pack oder einzeln für den Tannenbaum oder die Fensterscheibe aus dem Vogtland. eine Tasse Glühwein aus der Oberlausitz. bunt gemischte Räucherkerzen, verpackt in Papiertütchen im Osterzgebirge. einen Weinpokal aus Freiberger Zinn. ein Räuchermännchen mit Zipfelmütze, Bart und Pfeife aus Hainichen. den Christstollen, im Karton verpackt mit dem Siegel des Schutzverbandes Dresdner Christstollen. Senf und Ketchup in 10 Kilo Plastikeimern aus Bautzen. Lohmener Speckbrot, frisch gebacken im Steinofen und noch warm serviert. Fellbambuschen in allen gängigen Schuhgrößen aus Laußnitz. große und kleine Bienenwachskerzen, gerollt oder gegossen aus Waldenburg. eine Flasche 'Elbling-Weißwein' von einem Weingut in der Nähe von Meissen. und. und. und. alles entdeckt zwischen all den Verkaufsständen auf dem 582. Striezel­markt in Dresden. [49_2016]
Foto: Fernsehturm Berlin, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Fernsehturm  → Am 4. Oktober 1957 startete 'Sputnik 1' vom sowjetischen Weltraumbahnhof Baikonur ins All. Der kugelförmige, mit einem Funksender ausgestattete Satellit sendete 92 Tage lang piepsende Signale aus, die in aller Welt empfangen werden konnten. Diese erfolgreiche Mission markierte den Beginn der Raumfahrt und führte zu einem über Jahrzehnte währenden Wettstreit zwischen der UdSSR und den USA um die Vorherrschaft im Weltraum. Zwölf Jahre später wurde am Alexanderplatz der 'Fernseh- und UKW-Turm Berlin' fertiggestellt und feierlich eingeweiht. Der Turmkopf aus glänzendem Stahl war zu seiner Zeit ein absolutes Novum und erinnerte mit seiner Sputnik-Ikonografie an die sowjetischen Erfolge in der Raumfahrt. Aus dem politischen Symbol der Deutschen Demokratischen Republik ist längst ein Wahrzeichen der wiedervereinigten Stadt geworden und gehört mittler­weile zu den zehn beliebtesten Sehenswürdigkeiten des Landes. An klaren Tagen reicht die Sicht von der Aussichtsplattform in 200 Metern Höhe rund 70 Kilometer, an anderen Tagen erkennt man kaum die Menschen auf dem Alexanderplatz … [46_2016]
Foto: Moedlareuth, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Mödlareuth  → Die Reise in die Vergangenheit kostet zwei Euro. Als Legitimation zum Betreten des Grenzstreifens dient ein zweifarbiger Stempelabdruck, einem Passierstempel der DDR-Grenztruppen nachempfunden. Fünfzig Menschen leben heute etwa in Mödlareuth, der schmale Tannbach trennt den bayerischen vom thüringischen Teil. Über vierzig Jahre verlief mitten durch den Ort die deutsch-deutsche Grenze: anfangs ein Stacheldrahtzaun, am Ende eine 700 Meter lange und 3,30 Meter hohe Betonsperrmauer mit Kontrollstreifen, Sicherungszaun, Lichttrasse und Beobachtungsturm. Vieles davon ist 27 Jahre nach Fall der Mauer noch originalgetreu erhalten; zu besichtigen und zu erleben im 'Museum zur Geschichte der deutschen Teilung'. Die Zeit des Kalten Krieges prägt die Ortschaft noch heute: rund 70.000 Besucher*innen zählt das Dorf wenige Kilometer von der A9 entfernt jährlich, am Dorfteich erinnert eine Gedenktafel des bayerischen Ministerpräsidenten an die Verdienste Helmut Kohls bei der Deutschen Einheit, das Gasthaus trägt den Namen 'Zum Grenzgänger' und der Souvenirladen verkauft Schlüsselanhänger mit dem Aufdruck 'Little Berlin Mödlareuth'. [44_2016]
Foto: Eisbach, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Eisbach  → Die ersten kommen schon kurz nach Sonnenaufgang im Neoprenanzug und ihrem Brett unterm Arm in den Englischen Garten, um sich vor der Arbeit noch einmal an der 'Welle' zu messen. Am Vormittag stehen die Zuschauer bei schönem Wetter dann bald dicht gedrängt auf der Eisbachbrücke in der Prinzregentenstraße und verfolgen gebannt die Auftritte der Akteure: vierzig Jahre sind mittlerweile vergangen seitdem sich der erste Surfer mit einem Board in die Fluten stürzte, um diese künstlich erzeugte, stehende Welle zu reiten – heute ist der Eisbach in der Szene ein absoluter 'Hot Spot', an dem sich – selbst im Winter – Surfbegeisterte aus aller Welt treffen. Die Show dauert oft nur ein paar Sekunden; länger als eine halbe Minute können sich die Wenigsten auf ihrem Brett halten, bevor sie von den Wassermassen verschlungen und stromabwärts in ruhigeren Gewässern wieder ausgespuckt werden. Und immer noch stehen einige Surfer der ersten Stunde zwischen den Jungen auf dem selbstgebauten Holzpodest und warten auf ihren Sprung in den reißenden Bach … [41_2016]
Foto: Europacenter, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Europacenter  → Nach 34 Sekunden öffnet sich die Aufzugstüre zu einem der spektakulärsten Aussichten über Berlin: in gerade einmal achtzig Metern Höhe schweift der Blick von der Gedächtniskirche und den beiden neuen Hochhäusern am Zoo über den Tiergarten und der Siegessäule weiter zur Charite und dem Fernsehturm im Osten – Potsdamer Platz, Kreuzberg, das Gasometer in Schöneberg und weiter bis zum Teufelsberg im Westen der Stadt. Der Breitscheidplatz wurde schnell nach der Errichtung des Europacenters im Jahre 1965 zum Zentrum Westberlins und zu einem Wahrzeichen in der geteilten Stadt. Viel hat sich in der Stadt seitdem verändert. Mehrfach wurde das markante Gebäude renoviert und unter Denkmalschutz gestellt, die Mieter haben gewechselt, eine Eislaufbahn und das Kino sind mittlerweile geschlossen. Eines ist jedoch seither geblieben: auf dem Dach des Büroturms dreht sich – tagein, tagaus und weithin sichtbar – ein zehn Meter hoher Mercedesstern … [40_2016]
Foto: Hirschgarten, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Hirschgarten  → Ein Biergartenbesuch. Wer sich auskennt, holt sich gleich den Maßkrug aus dem Regal ums Eck, spült ihn unter fließendem Wasser kalt aus und stellt sich dann erst an der 'Schänke' an. Die Maß Augustiner Hell kostet sechs Euro neunzig, fürs 'Radler' schenkt man selbst die Menge Zitronenlimo in den Krug. Mit dem vollem Bierkrug in der Hand geht es vorbei an dem Schild 'Nicht genügend gefüllte Krüge nachfüllen lassen' weiter zu den Holzständen mit den Speisen. Das reichhaltige Angebot macht die Entscheidung nicht gerade leicht: Wurstsalat, Schweinshaxn, Radieserl oder Schnittlauchbrot. Manche Gäste bringen ihre Brotzeit auch selbst mit – dies ist, wie eine große Tafel versichert, bayerisches Brauchtum. Auch der Hirschgartenwirt hat sich dieser Tradition verpflichtet, die weiter besagt, daß alle Getränke ausschließlich beim Wirt gekauft werden müssen. Mit dem Bier in der einen und einer Leberkässemmel in der anderen Hand geht es auf die Suche einem schönen Platz. In dem großen Biergarten in München-Laim sind jetzt am späten Nachmittag nur noch einige Tische im Schatten unter den alten Eichen frei. Prost! [37_2016]
Foto: Olympiastadion, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Berliner Olympiastadion  → Zigmal hat der Stabhochspringer die Höhe im Training schon erfolgreich übersprungen – nun aber geht es um alles: Hochkonzentriert und mit geschlossenen Augen geht er den Bewegungsablauf noch einmal durch: Stab anheben, Körpergewicht leicht nach hinten verlagern und dann auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigen – den Stab im richtigen Winkel in den Einstichkasten stoßen, sich mit den Beinen voraus nach oben katapultieren, Stab loslassen und mit einer Körperdrehung über die Latte rollen. Fertig. Jetzt öffnet er die Augen, hebt die Arme und fordert klatschend die Unterstützung des Publikums ein. Mit der rhythmischen Anfeuerung der knapp fünfzigtausend Zuschauer im Rücken beginnt er seinen dritten und letzten Versuch … Als Austragungsort für die XI. Olympischen Sommer­spiele 1936 erbaut, finden heute im Berliner Olympiastadion neben Fußballspielen und Konzerten auch zahlreiche Sportveranstaltungen statt, wie etwa das 'Internationale Stadionfest Berlin' (ISTAF). Bei der 75sten Auflage dieses hochkarätig besetzten Leichtathletik-Meetings gewann der Grieche Konstadinos Filippidis die Konkurrenz im Stabhochspringen mit fünf Metern zweiundsiebzig vor dem Brasilianer Thiago Braz da Silva. [35_2016]
Foto: Alte Pinakothek, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Alte Pinakothek  → Nackte Menschen in rosafarbener Haut, übergewichtig und mit schreckerfüllten Gesichtern stürzen ineinander verknäult und teilweise kopfüber in die Tiefe. Verstoßen aus dem Himmel taumeln die Leiber der Hölle zu, in der furchteinflössende Kreaturen feixend die Sünder erwarten. Gelb- und Rottöne beherrschen das um 1621 entstandene, monumentale Werk von Peter Paul Rubens, in dem die Farbflächen beinahe abstrakt ineinander übergehen. Eingefasst in einen üppigen Goldrahmen zählt 'Der Höllensturz der Verdammten' zu den Hauptwerken der Flämischen Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts. Zu sehen ist das Meisterwerk in den Räumen der Alten Pinakothek in München, dessen Sammlung Gemälde berühmter Maler vom Mittelalter über die Renaissance und das Barock bis zum Rokoko beherbergt. Aktuell wird das 1836 eröffnete Kunstmuseum in der Maxvorstadt saniert, sodass im Moment nicht alle Säle zu besichtigen sind. Geöffnet ist das Haus täglich ausser Montags von 10:00 bis 18:00 Uhr, das reguläre Eintrittsticket kostet vier Euro. [34_2016]
Foto: Zingst, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Zingst  → 'Wasser neunzehn, Luft fünfundzwanzig Grad' steht mit Kreide auf der Tafel neben dem Turm der Wasserwacht. Die Sonne scheint, blauer Himmel, eine leichte Brise bringt etwas Abkühlung vom Wasser her. Gegen zehn, halb elf, nach einem ausgiebigen Frühstück reißt der Strom der Ostseeurlauber*innen, der heute zum Strand zieht kaum mehr ab. Im Gepäck Decken und Handtücher, Sonnencreme und Windschutz, Proviant und Getränke, Plastikschaufel und Sandförmchen. August ist Hochsaison auf dem Darß: Hotels und Pensionen beinahe komplett ausgebucht, Ferienapartments belegt. Drei Wochen Ostsee im Sommer – für viele schon seit Jahren garantierte Erholung. Die meisten auf dem hellen Sandstrand vor Zingst lesen, schlafen oder sonnen sich, manche bauen Sandburgen oder spielen Volleyball, einige stehen hüfthoch im Wasser, erfrischen sich oder werfen Frisbeescheiben. Weit hinaus schwimmen nur wenige, die angezeigten neunzehn Grad Wassertemperatur scheinen wohl doch etwas zu optimistisch zu sein … [32_2016]
Foto: Landsberg am Lech, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Landsberg am Lech  → Kalt ist er, der Lech: die Wassertemperatur im Sommer beträgt gerade mal vierzehn Grad, im Winter liegt sie knapp über dem Gefrierpunkt. Doch das kalte Wasser, der hohe Anteil an Mineralien und die geringen Mengen an Feinstsedimenten lassen den Lech im wahrsten Sinne des Wortes leuchten: alle Farbnuanchen von glasklar über grünblau bis smaragdgrün sind auf seinem 264 km langen Weg von der Quelle in Vorarlberg bis zu seiner Mündung in die Donau zu sehen. Insgesamt 1.448 Höhenmeter lässt der Fluss hinter sich, immer wieder aufgestaut und unterbrochen von Stauseen und Kraftwerken. Schon seit über einhundert Jahren wird der Lech intensiv zur Energiegewinnung genutzt; die mittlerweile dreißig Wasserkraftwerke leisten mit einer Gesamt;menge von drei bis vier Milliarden Kilowattstunden pro Jahr einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Die Wasserqualität des Lechs ist nach Angabe des Wasserwirtschaftsamtes gut bis sehr gut: 'Baden erlaubt', doch nur wenige wagen sich ohne Neoprenanzug in die kalten Fluten … [31_2016]
Foto: Studentendorf Schlachtensee, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Studentendorf Schlachtensee  → Gerade feiern sie Bergfest. Vierzehn der insgesamt 28 Häuser im Studentendorf Schlachtensee sind schon renoviert. In acht Jahren, zwanzigvierundzwanzig, sollen alle Gebäude des 'Nationalen Kultur­denkmals' in Berlin-Zehlendorf saniert und energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Neunhundert Studierende aus aller Welt werden dann wieder in kleinen und großen Wohngemein­schaften, Einzelapartments und ZweiraumWohnungen leben. Das architektonische Konzept ist einfach: anthrazitgrau bedeutet Küche, Bad, Gemeinschaftsräume – weiss die Privatzimmer der Studenten, erklärt einer der Hausmeister. Seine Verbindung zum Studentendorf begann als Besucher des 'Club A18' – heute, zwanzig Jahre später kümmert er sich um Müllentsorgung, kleine Reparaturen und Freiflächen – und nebenbei dokumentiert er mit seiner seiner Kamera die einzelnen Zimmer der Wohnanlage - rund achthundert Aufnahmen werden es wohl mal werden … [30_2016]
Foto: Schloss Herrenchiemsee, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Schloss Herrenchiemsee  → Höhepunkt einer jeden Führung auf Schloss Herrenchiemsee ist der Spiegelsaal König Ludwigs des Zweiten: mit 75 Meter übertrifft der Raum sogar das Vorbild in Versailles um zwei Meter. In den siebzehn großen Spiegeln reflektiert das hereinfallende Tageslicht und bricht sich in den 33 Lüstern an der Decke und den 44 Kandelabern im Raum. Dort, wo tagsüber 'Aaahs' und 'Oahs' in deutscher, französischer, englischer und japanischer Sprache zu hören sind zieht abends im Schloss der Dornrößchen­schlaf ein – Tag für Tag, bis auf zwei Wochen im Juli. Während der Herrenchiemsee–Fest­spiele erfüllen die Klänge von Violinen, Bratschen, Flöten, Klarinetten, Trompeten und Pauken die abendliche Stille im Schloss. "Ich liebe diesen außergewöhnlichen Ort, ich komme immer sehr gerne hierher" sagt Philippe Herreweghe, der gerade Bruckners Sechste in der Spiegelgalerie dirigiert hat. Zusammen mit den Musikern des Orchestre des Champs-Elysée und dem festlichen Konzert-Publikum sitzt er auf dem Oberdeck des Ausflugsdampfers, der ihn durch eine laue Sommer­nacht zurück nach Prien bringt – in der Hand ein kühles Bier. [29_2016]
Foto: Victoriastadt, © Andreas [FranzXaver] Süß
.Victoriastadt  → 'Eis des Tages: CheeseCake' – die Kita 'Großstadt­indianer' hat noch einen Platz zu vergeben – ein neuer Breakdance-Kurs für Kinder startet Anfang nächsten Monats: so die aktuellen Aushänge in der Fensterscheibe der 'SchokoladenEis­ Manufaktur' in der Kaskelstraße, die sich quer durch die 'Victoriastadt' zieht. Die Fassaden der Gründerzeithäuser in Berlin-Lichtenberg sind heute beinahe komplett saniert, die wenigen Baulücken mit moderner WohnhausArchitektur fast vollständig geschlossen. In der ehemaligen Arbeitersiedlung leben heute knapp viertausend Menschen: junge Familien, Student*innen, Kreative und Handwerkersbetriebe haben hier im ein Zuhause gefunden. Nachmittags wird es lebendig im 'Kaskelkiez': Kinderwagen parken vor dem Bioladen, Nachbarn sitzen in der Sonne auf den Eingangsstufen, Fahrräder mit Kindersitzen holpern übers Kopfsteinpfaster … und die Schlange vor der Eisdiele wird länger und länger. Eine Kugel 'frisches Eis' kostet ein Euro zehn. [27_2016]